Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt

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Inhalt: Stahlwasserbau

Zeichnung des Grundablasses in Schweinfurt; Regulierung des Hochwasserabflusses zum Saumain

Im Amtsbereich des WSA Schweinfurt werden 19 Staustufen unterhalten und baulich betreut.
Die Vielzahl der wasserbaulichen Anlagen bedingt eine sehr interessante unterschiedliche Ausbildung gerade von Kunstbauwerken wie Schleusentoren, Schütz- und Wehrverschlüssen sowie Revisionsnotverschlusskonstruktionen. In der Regel handelt es sich um Unikate - Kleinserien sind eher eine Seltenheit.

Da nun alle technischen Systeme und Anlagen im Laufe ihrer Nutzungsdauer eine Zustandsverschlechterung durch Alterung, Verschleiß, Materialermüdung und Korrosion erfahren, liegen genau hier die Schwerpunkte der Arbeit.
Das Instandhaltungskonzept umfasst im Wesentlichen die drei Komponenten Wartung, Inspektion und Instandhaltung. Hier gilt es, die allgemeinen bauaufsichtlichen Anforderungen hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung an den Stand der Technik anzupassen. Entsprechender Modernisierungs- sowie Bestandssicherungsbedarf gerade bei einer geforderten Mindestlebensdauer von ca. 70 und mehr Jahren ist damit gefragt.

Einhausung einer Wehrwalze zur Erneuerung des Korrosionsschutzes; Baugerüst steht; zwei Arbeiter befinden sich darauf. Konstruktionen mit sehr häufigen Instandsetzungs- aber auch Ersatzanforderungen stellen die Torverschlüsse der Schiffsschleusenanlagen dar. Dies ist bedingt durch das ständig wachsende Verkehrsaufkommen und die damit verbundene Kollisionshäufigkeit.
An den Staustufen von Viereth bis Rothenfels kommen hauptsächlich Stemmtore in traditioneller Riegelbauweise zum Einsatz. Abweichend davon wurden jedoch die Oberhäupter in Würzburg als Drehsegmenttor und in Ottendorf als Hubsenktor ausgebildet.
Die Zukunft des Stahlwasserbaues liegt jedoch in der Verbesserung der Dauerhaftigkeit der Konstruktion und in der Verringerung des Instandhaltungsaufwandes bis hin zur Wartungsfreiheit.
Mit Stolz wird auf die Einführung und Durchsetzung einer völlig neuen Generation von Torkonstruktionen - die Faltwerktore - verwiesen. Im Amtsbereich des WSA Schweinfurt wurden mittlerweile fünf dieser Konstruktionen mit Erfolg eingebaut.

Verschlüsse von Stauanlagen haben die Aufgabe, die situations- und bestimmungsgemäße Funktion der technischen Einrichtung unter allen möglichen Betriebsbedingungen zu gewährleisten. Dem Erhalt der Betriebssicherheit kommt dabei entscheidende Bedeutung zu. Die vorhandenen Wehranlagen sind fast durchwegs mit Walzenverschlüssen versehen. Dennoch machte die erforderliche Feinregelung des Staues einen entweder rasch absenkbaren oder aber mit Hilfe einer Klappe genau einstellbaren Überlauf erforderlich. Hierfür wurden verschiedene Ausführungsarten, wie Versenkschütz, Versenkwalze, Dreigurtschütz mit Klappe, Kastenschütz mit Klappe angewandt. Das Wehr Schweinfurt besitzt abweichend hiervon Rollschütze mit Klappen. In Ottendorf dagegen wurden zwei hydraulisch angetriebene Fischbauchklappen eingebaut.

Das erste Walzenwehr der Welt überhaupt - der Prototyp aller beweglichen Wehrverschlusskörper - befindet sich übrigens am Saumain in Schweinfurt. Der Grundablass wurde im Zuge der Umgestaltung der Wehranlagen in Schweinfurt mutig konzipiert und 1902 erstmals in Betrieb genommen. Von dort aus trat er seinen Siegeszug um die ganze Welt an, wurde ständig verbessert und weiterentwickelt.

Korrosionsschutz
Ohne moderne, dauerhafte und umweltverträgliche Korrosionsschutzsysteme ist die Ausstattung eines sicher funktionierenden Stahlwasserbauwerkes nicht mehr denkbar. Schwerpunkt der letzten Jahre im Bereich Stahlwasserbau bildete nicht zuletzt der Umgang mit Schadstoffbelasteten Altanstrichen durch Asbest und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Der Schutz des Menschen und der Umwelt rückte damit noch entscheidender in den Vordergrund der Tätigkeit.

Durch das vielfache Bestreben nach weitgehendem Erhalt der bestehenden Anlagen unter Berücksichtigung der aktuellen Anforderungen hat die Modernisierung inzwischen eine dem Neubau gleichwertige Bedeutung erhalten. Eine allgemeingültige, die sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen eines Wasserbauwerkes erfassende Modernisierungsrichtlinie existiert nicht. Hierzu sind die hydrologischen, hydraulischen, bodenmechanischen sowie sonstigen baulichen und betrieblichen Voraussetzungen zu unterschiedlich. Dies gibt gerade dem Stahlwasserbau seinen besonderen Stellenwert, welcher durch Innovation und Leistungsvielfalt gerade mit Blick auf die Zukunft durch eine Vielschichtigkeit der Einzelaufgaben gekennzeichnet ist.

Bauweise einer Normalwalze mit aufgesetzter fester Klappe Bauprinzip einer Normalwalze mit einer regulierbaren und einer aufgesetzten Klappe; die regulierbare Klappe regelt die Stauhöhe Rollschütz mit Klappe; Regulierwehr mit regulierbarer Klappe; vorzustellen wie eine Tafel die gezogen werden kann um das Wasser abfließen zu lassen. Versenkwalze: Normalwalze mit aufgesetzter fester Klappe Zugsegment mit regulierbarer, aufgesetzter Klappe