Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt

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Inhalt: Flächenpeilschiff Johannes Kepler

Johannes Kepler
Friedrich Johannes Kepler (auch: Ioannes Keplerus; * 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt; † 15. November 1630 in Regensburg) war ein deutscher Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe und Optiker.

Er entdeckte die Gesetze der Planetenbewegung, die nach ihm Keplersche Gesetze genannt werden. In der Mathematik wurde ein numerisches Verfahren zur Berechnung von Integralen nach ihm keplersche Fassregel benannt. Auch machte er die Optik zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung. (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)


Das Flächenpeilschiff "Johannes Kepler"
das Flächenpeilschiff 'Johannes Kepler' in Fahrt
Im Jahr 1978 erhielt die Deggendorfer Werft und Eisenbau GmbH dem Auftrag zum Neubau eines Peilschiffes. Am 04.03.1980 kam das Flächenpeilschiff (FPS) "Johannes Kepler" zunächst zum Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg und schließlich am 08.02.1993 zum Bauhof Würzburg, der seit dem 01.03.1993 auch zum neuen Heimathafen geworden ist.

Der Aufgabenbereich des FPS "Kepler" umfasst sowohl die digitale, als auch analoge Aufnahme der Flusssohle mittels Flächenpeilung für Bestandsdatenerfassung, Ausbaumaßnahmen, Verkehrssicherung, Baggerei, Gewässerkunde, Bauwerksinspektion auf dem Main, Main-Donau-Kanal und Donau (zwischen Mainz, Schleuse Kostheim und Jochenstein, Schleuse Jochenstein). Hierbei werden jährlich die 384 Flusskilometer des Mains und 204 Flusskilometer der Donau zweimal gepeilt und die 171 Kilometer des MDK einmal. Zusätzlich werden für den Main- und Donauausbau Peilungen für das Wasserstraßen-Neubauamt durchgeführt.

Bodenkarte; Sole des Flusses; hilfreich bei Vornahme von Baggerarbeiten zur genauen Lokalisierung der Baggerstelle, oder auch um störende Gegenstände wie z.B. ein gesunkenes Auto zu erkennen


Das Peilsystem des FPS "Kepler" besteht aus den nachfolgend näher erläuterten Geräten und Sensoren. Das Schiff hat zwei hydraulisch ausschwenkbare, 15 m lange Ausleger. Unter jedem Ausleger befinden sich 20 Echolotwandler. Neun weitere befinden sich unter dem Schiffsrumpf. Diese 49 Echolotwandler messen während der Fahrt zweimal in der Sekunde die Wassertiefe. Daraus entsteht eine Bodenkarte in der die Flusssohle auf einer Breite von 37 m in verschiedenen Grautönen dargestellt wird. Um eine halbwegs Maßstäbliche Bodenkarte erzeugen zu können, braucht der Bodenkartenschreiber vom Dolog die Information über die momentane Geschwindigkeit, Neigungen

Hydromap ist ein Programm, welches die Messergebnisse aufzeichnet unter Beachtung verschiedener Komponenten
Im Dezember 1997 wurde das Flächenpeilschiff mit einer Ortungsanlage HYDROMAP ausgerüstet. Seither ist es möglich jedem gemessenen Punkt in der Flusssohle dreidimensionale Koordinaten zuzuweisen, die für spätere Berechnungen auf einer Festplatte gespeichert werden. Die dazu notwendige Lagebestimmung des FPS "Kepler" erfolgt mittels Satellitenortung (PDGPS) und in den Abschattungsbereichen bzw. bei nicht zur Verfügung stehender Satellitenortung über Polarortung. An Bord befindet sich ein Trimble 5700 GPS Receiver. Die für die PDGPS Positionierung nötigen Korrekturdaten liefert SAPOS über GSM. Als Polarortungssensor kommt das automatisch nachführende Geodimeter ATS-PT mit 70 cm Funkmodem zum Einsatz, das seinen Zielstrahl auf einen auf dem Dach des Schiffes montierten Reflektor richtet und diesen automatisch verfolgt. Mit Hilfe weiterer Sensoren wie GPS-Kompass und Inklinometer werden die exakte Position und die NN-Höhe jedes Ultraschallwandlers zum Zeitpunkt der Tiefenmessung bestimmt. Im Programm Hydromap-Online werden Rohdaten erfasst und Peildaten aufgezeichnet, um sie später im Programm Hydromap-Offline mit den Ortungsdaten zu plausibilisieren.

Das Programm Argo stellt die Fahrrinne dar, hilfreich beispielsweise bei Nebel


Als weitere Hardwarekomponente sind zu nennen: ein Radar mit Bildschirm, auf dem auch die Vollversion von ARGO dargestellt werden kann. Auf einen weiteren Bildschirm sieht auch der Schiffsführer neben dem Operator eine Hydromap Darstellung, die ihm als Orientierungshilfe dient. Auf einem dritten Bildschirm erhält der Schiffsführer die Tiefeninformationen aller 49 Echolotwandler, welche ihm zusätzlich als Fahrhilfe dienen.