Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt

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Inhalt: Mainkilometrierung

Hektometerstein nach aktueller Kilometrierung

Knapp 100 Jahre zurück, zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es noch keine amtlichen Entfernungs- bzw. Kilometerangabe am Main. Die Schiffer rechneten die Entfernungen nach Tagesreisen ab. D. h. eine Tagesreise war eine Flussstrecke, die man mit einem Treidelschiff auf Bergfahrt in einem Tag zurücklegen konnte. Dies konnte jedoch nur ein grober Anhaltspunkt sein, war die Entfernung doch nach Wasserstand und Ladung abhängig und schwankte somit kräftig (zwischen 20 und 40 km/Tag). Als Anhalt rechnete man die Strecke von Mainz nach Frankfurt mit einer Tagesreise. Die gleiche Strecke konnte in sieben Stunden zurückgelegt werden.
Eine Stunde entsprach der Strecke, die man normalerweise zu Fuß bewältigen konnte, also ca. 5 km. Dieses für die Mainstrecke übliche Maß stimmte aber mit den bayerischen Wegstunden (= 3 707 m) nicht überein. Zudem waren am Main viele Herrschaftsbereiche, von denen jeder für sich ein eigenes Maßsystem hatte. Erst die große Ländergebietsreform brachte Erleichterung. Für die umfassenden Nieder- und Mittelwasserkorrektionen am bayerischen Main (bis zur Gemeinde Kahl), besonders für die neuen bayerischen Länder wollte Bayern ein einheitliches Maßsystem einführen. Auf höchsten königlichen Befehl wurde 1838 der Main vermessen.
Als Grundlage diente die bayerische Stunde (3 708,48 m) zu 12 703 bayerischen Fuß (0,2918 m). Die Stunde wurde noch in Achtel (ca. 1 590 Fuß) und Ruten (10 Fuß) unterteilt. Die Entfernung zwischen Bamberg und Schweinfurt wurde mit 228 540 bayerischen Fuß oder ca. 17 Stunden, 7 Achtel und 147,4 Ruten angegeben.


alte Mainstromkarte mit Kilometrierung von 1973

Die zweite Entfernungsfestlegung erfolgte 1873. Die bisherige Streckenbezeichnung wurde durch die Entfernungsangabe nach dem Metermaß ersetzt. Der Startpunkt war die Einmündung der Regnitz in den Main bei Bischberg. Die Zwischenteilung der Kilometerschritte wurde mit A (200 m), B (400 m), C (600 m) und D (800 m) gekennzeichnet. Die Punkte wurden mit Kilometersteinen im Gelände fixiert, in der Flusskarte eingezeichnet und mit Nummern versehen.
Die letzte, noch heute gültige Kilometrierung wurde 1906 in Bayern eingeführt. Generell wurden die Nullpunkte der Flüsse an die Flussmündungen verlegt. Die Buchstaben wurden durch das Dezimalsystem ersetzt.