Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Ökologischer Wasserbau

Auskolkung am rechten Ufer in der Stauhaltung Rothenfels bei Main KM 198,300. Einbau eines doppelten Weidenzaunes.

Durch den Wellenschlag der Schifffahrt und durch die Strömung bei Hochwässern werden die Uferböschungen stark beansprucht und so entstehen nach wie vor Uferabbrüche, die nicht alle hingenommen werden können. Es ist zu überprüfen, ob ausreichend Gelände der WSV vorhanden ist und ob dahinter liegende Kabel und Radwege eine Sicherung unbedingt notwendig machen.


Der überwiegende Teil der Uferbefestigung im Bereich des Außenbezirkes Gemünden besteht aus Schüttsteindeckwerken. Diese waren relativ einfach, schnell und kostengünstig herzustellen. In einigen Bereichen sind noch Uferbefestigungen aus alten Pflastersteinen und teilweise auch Naturufer aus Sand oder Felsgestein vorzufinden.

Der abgebrochene Bereich hinter der Auskolkungsstelle wird wieder mit Erde aufgefüllt.

Seit mehr als 15 Jahren wird im Außenbezirk Gemünden wieder versucht, eine alte Wasserbauertradition zum Leben zu erwecken. In bestimmten Bereichen von Geländeabbrüchen wurden diese mit einem Lebendverbau gesichert, also mit einer biologischen und naturnahen Wasserbauweise. Durch diese Bauweise wird das Ufergelände durch die Förderung eines geeigneten Pflanzenbestandes (z. B. Weiden, Schilf u. a.) gegen die Angriffskräfte des Wassers, des Eises und des von der Schifffahrt ausgehenden Wellenschlages geschützt.

Einige Zeit nach der Auskolkung hat sich ein dichter Weidenbewuchs gebildet.

Ein Nebeneffekt ist hier eine Aufwertung von bisher gehölzarmen Uferbereichen durch neuen Bewuchs und einer damit verbundenen Belebung und Reinigung des Wassers. Der Lebendverbau kann jedoch nicht überall zur Anwendung kommen. Er sollte vornehmlich bei flachen Uferböschungen (1 : 5) angewendet werden. Bei steileren Uferböschungen (1 : 3 bis 1 : 4) ist eine zusätzliche Sicherung aus Wasserbausteinen erforderlich, damit die Wurzeln nicht unterspült werden.
Der im Außenbezirk Gemünden zur Anwendung gekommene Lebendverbau im Bereich Rodenbach, Karlburg und Karlstadt besteht aus der Faschinenbauweise. Einzelne Faschinen sind lange Rollen aus Weidenreisigbündeln.

Uferabbruch bei Main KM 213,900 sowie Anfertigung einer Buschmatte aus Weidenreisig.

Im Einzelnen besteht die Sicherung aus Faschinenmatten, diese wiederum bestehen aus vielen Faschinenwürsten mit einem Durchmesser von ca. 15 cm und einer Länge von 3,00 m, die mit Draht miteinander verbunden sind. Die 3,00 m und 7,00 m großen Faschinenmatten werden auf der vorher flachplanierten Böschung ausgelegt, so dass die Weiden Verbindung zum Wasser haben.

Einbau der Buschmatte auf der bereits angelegten Böschung. Die Buschmatte wir mit Faschinenwürsten und Weidenpfählen gesichert.

Die Faschinenmatte wird mit ca. 10,00 m langen Faschinenwürsten sowie in den Boden geschlagenen Weidenpfählen gesichert.

Ein Jahr später ist von dem Uferabbruch nichts mehr zu sehen.

Der Fuß der Faschinen wird mit einem Steinwurf gegen Unterspülung gesichert. Schon im ersten Frühjahr treiben die Weiden aus und bilden so einen grünen Weidensaum. Nach ca. 2 - 3 Jahren können diese wiederum für neue Faschinenmatten geerntet werden und bilden so das Material für den nächsten Lebendverbau.