Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt

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Inhalt: Flusslandschaft Main

Angler unter einem Sonnenschirm am Mainufer

Der Main, als größter rechter Nebenfluss des Rheins, entsteht aus den beiden Quellflüssen Weißer und Roter Main, die sich bei Mainleus vereinigen. Nach Aufnahme zahlreicher kleinerer Nebenflüsse erfährt der Main in seinem weiteren Verlauf einen bedeutenden Zuwachs durch die Regnitz. Erst ca. 200 km flussab trifft er auf einen ähnlich wichtigen Zufluss, die von Norden aus der Rhön kommende Fränkische Saale. Weiter westlich sind die Zuflüsse aus dem Kinzig- und Niddagebiet sowie von Süden zufließend, die Tauber und die Odenwaldzuflüsse zu nennen.

Seine Länge, gerechnet ab der Weißmainquelle im Fichtelgebirge, beträgt 524 km. Ab Main-km 387,69, oberhalb von Bamberg, ist der Main Bundeswasserstraße. Die vermeintlich große Länge von 524 km ist relativ im Bunde der "Großen" in der Welt, so hat der Nil 6.671 km, der Jangtsekiang 5.472 km und die Donau noch 2.858 km aufzubiete.

Das Einzugsgebiet des Mains beträgt heute 27.225 km2 und ist von der kontinentalen Wasserscheide zwischen Rhein und Donau geprägt. Die Ursprünge waren zwei geteilt. Nur ein kleiner Main entwässerte in den Rhein. Die heutigen Rot- und Weißmainwassermassen flossen Richtung Donau. Erst im Altpleistozän wurde der heutige Zustand geformt. Wesentlich für die Talentwicklung ist der geologische Hintergrund. Bis etwa zum Haßfurter Raum verläuft der Main fast ausschließlich in Keuper und bahnt sich nach Südosten hin durch dessen immer älter werdende Schichten einen Weg. Die weichen Keupergesteine bildeten für den Main keinen wirklichen Widerstand, so dass es hier zu größeren Talaufweitungen gekommen ist. Im anschließenden Abschnitt bis nach Schweinfurt wird der Main durch den Muschelkalk in engeren Schranken gehalten, um sich dann südlich von Schweinfurt und im Kitzinger Raum in den Keuperschichten wie der Platz zu schaffen. Im westlich davon beginnenden Buntsandstein umsäumen den Main steile Uferstrecken.


Übersicht der Staustufen des Mains zur Ermöglichung der Befahrbarkeit mit Binnenschiffen

Von der Quelle des Weißmains bis zur Einmündung in den Rhein fließt das Wasser ca. 850 m hinunter, auf der staugeregelten Strecke zwischen Bamberg und der Mündung beträgt das absolute Gefällte nur noch ca. 150 m.

Adalbert Daniel beschrieb den Fluss 1871 so: "Das Gefälle des Mains ist nicht bedeutend und das Herunterhüpfen vom Fichtelgebirge ungerechnet ist es frei von Extravaganzen. Er trägt mit seiner Umgebung den Charakter der Gleichmäßigkeit und Milde".

Die Breitenverhältnisse des Mains ändern sich entsprechend im Laufe seiner Talfahrt, d. h. er wird umso breiter je näher er an die Mündung bei Mainz kommt. Ist er am Zusammenfluss mit der Regnitz bei Bischberg ca. 50 m breit, weitet er sich in der Bundeswasserstraße auf 60 - 70 m auf. Im Aschaffenburger Bereich bis zur Mündung erreicht er Breiten über 100 m.

Die Tiefe des Mains ist unterschiedlich. Sie hängt im Staustufenbereich von der Höhe des Wehres, dessen Standort nach vielen Kriterien festgelegt wurde, ab und schwankt daher zwischen 3 bis 7 m Wassertiefe. Unterhalb einer Staustufe muss im Bereich der Fahrrinne eine Tiefe von 2,90 m vorgehalten werden. Zwischen zwei Staustufen kann die Tiefe, je nach z. B. geologischen Gegebenheiten und den örtlichen Strömungsverhältnissen, stark schwanken.


Übersicht einer Stauhaltung

Diese Strömungsverhältnisse ändern sich mit dem Wasserstand und ergeben zusätzlich über den Querschnitt durch den Fluss andere Geschwindigkeiten. Die größte Fließgeschwindigkeit tritt normalerweise in der Mitte des Flusses auf.

Die Unterschiede am Fluss haben sich auch in der Bezeichnung niedergeschlagen. So spricht man für die Gegend zwischen Mainmündung und Bamberg von "Obermain", der "Mittelmain" umfasst den Bereich bis zur Aschaffenburger Region, also auch das typische Maindreieck und Meinviereck. Als "Untermain" bringt er sein Wasser schließlich in den Rhein.

Der Main und seine Zuflüsse sind in ihrem Abflussverhalten typische Mittelgebirgsflüsse mit größeren Hochwässern im Frühjahr (Schneeschmelze) und niedriger Wasserführung im Sommer. Sommerhochwässer können nach starken Regenfällen zwar auftreten, bilden aber die Ausnahme. Zum gleichen Abflussregime kann man noch den Neckar, die Mosel, Aller und Lahn zählen. Im Vergleich zu Mosel und Neckar sind die Hochwasserwellen aber nur im Oberlauf relativ steil, sie sind im Unterlauf deutlich abgeflacht.


Übersichtsplan des Main-Donau Kanals zwischen Kehlheim und Rothsee

Das Maingebiet ist, im Gegensatz zu Südbayern, durch geringe Niederschläge gekennzeichnet. Diese wasserwirtschaftlichen Unterschiede führten zu dem Entschluss der bayerischen Staatsregierung, in Form eines Überleitungssystems von Süd- nach Nordbayern einen überregionalen Wasserausgleich vorzunehmen. Das Wasser wird von der Donau über den Main-Donau-Kanal in den Rothsee gepumpt und die Hochwässer der Altmühl in den Brombachsee geleitet. Aus diesen beiden Seen gelangt das Wasser schließlich in das Regnitz-Main-Gebiet.

Das Wasser des Mains und die Landschaft haben magnetische Anziehungskraft. Eine Vielzahl von Städten und Gemeinden, Wirtschafts- und Industriestandorte begleiten den Main. An seinem Ufer treffen sich Wassersportler, Wanderer, Fischer und Angler, Erholungssuchende und Naturfreunde und viele andere mehr. Der Reiz der Wasserlandschaft mit den vorbeifahrenden Schiffen oder den malerischen fränkischen Weindörfern mit ihren Gasthäusern runden das Bild ab.