Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt

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Inhalt: Grundwassersenkungsanlage Grafenrheinfeld

Pumpstation in Grafenrheinfeld

Im Zuge des Ausbaues der Bundeswasserstraße Main wurde im Jahr 1956 die Staustufe Garstadt in Betrieb genommen. Im Genehmigungsverfahren wurde das hydrostatische Oberwasser am Wehr Garstadt auf NN + 203,00 festgestellt.

Etwa 3 km oberhalb der Stauanlage Garstadt am linken Mainufer liegt der Ort Grafenrheinfeld. Um schädliche Auswirkungen des Staues vom Ortsbereich abzuhalten, mussten vor der Vollstauerrichtung bauliche Maßnahmen ergriffen werden. Das geschah durch den Bau der Grundwassersenkungsanlage Grafenrheinfeld.

Dabei wurde der Ortskern mit einer ringförmig angelegten Sickergalerie mit ca. 2 700 m Länge umfahren. Das erforderliche Sohlengefälle machte eine Unterteilung des Sickersystems in drei Abschnitte notwendig. Jeder Abschnitt ist mit einem Pumpwerk versehen, wobei die Einleitung in die Pumpwerke so erfolgte, dass sich etwa gleiche Sickerleitungslängen ergaben.

Als Vorfluter für die Grundwasserableitung aus den 3 Pumpwerken wurde der südliche Altmain ausgewählt, dieser wiederum führt über einen Entwässerungsgraben unterhalb der Staustufe Garstadt in den Main.

Das Sohlengefälle der gelochten Steinzeugrohrleitungen NW 300 bzw. NW 250 der Sieckerstränge liegt über 2 ‰. Steinzeugrohre wurden gewählt, weil der festgestellte Sulfatgehalt 200 mg/l betragen hat.

Die gesamte Ringleitung ist durch 34 Revisionsschächte unterteilt, die eine jederzeitige Kontrolle in den einzelnen Abschnitten ermöglichen.

Jedes der 3 Pumpwerke ist mit zwei Tauchmotorpumpen ausgestattet, die über Messfühler ein- bzw. ausgeschaltet werden.

Die Betreuung der Grundwassersenkungsanlage obliegt dem Außenbezirk Volkach, wobei die wöchentlichen Kontrollen und Ablesungen der Zählerstände der geförderten Wassermengen in einem Betriebsüberwachungsbogen festgehalten werden.

Im Zuge diese Überwachungsarbeiten wurden 2001 von einem Spezialunternehmen versuchsweise einige Sickerrohrleitungsabschnitte mit einer Unterwasserkamera durchfahren und nach Schäden bzw. Wurzeleinwüchsen untersucht. Ablagerungen an den Rohrwänden konnten mit einer Wirbelstrahldüse größtenteils gelöst und anschließend abgepumpt werden. Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist in Farbbildern und einem Videofilm festgehalten.

Um die Ortschaft Grafenrheinfeld sind unterirdisch Rohre verlegt, in die das Grundwasser sickert. Dieses wird mit Hilfe von 3 Pumpwerken abgepumpt um Hochwasser zu verhindern.


Bau der Grundwassersenkungsanlage



Pumpwerk II im Bau mit eingespundetem Pumpschacht für die Zeit des Baues. Aufnahme vom 23.05.1958 Auf Beton verlegte Steinzeug-Sickerrohre mit Filterkiespackung. Aufnahme vom 23.05.1958 Blick von Schacht 23 aus in Richtung PW II, Verbau der Sickergalerie. Aufnahme vom März 1958 Blick vom PW II (dach) gegen Norden, Verlegen der Eternitdruckrohre. Aufnahme vom Mai 1958

Wurzeleinwüchse in den Sickerrohren

Einsteinstraße Grafenrheinfeld, Wurzeleinwuchs im Scheitel, kleiner Schaden (6%) Einsteinstraße Grafenrheinfeld, Wurzeleinwuchs im Scheitel, sehr großer Schaden (30%) Am Wehrbusch Grafenrheinfeld, einragendes Abflußhindernis in der Sohle, kleiner Schaden (18%) Am Wehrbusch Grafenrheinfeld, Wurzeleinwuchs in der Sohle, kleiner Schaden (5%)